Immer wenn es regnet...

Weihnachten steht vor der Tür, irgendwie ist es immer dunkel und wenn es einmal nicht dunkel ist, dann ist es grau. Im Laden unseres Vertrauens riecht es nach Mandarinli, Lebkuchen und...Desinfektionsmittel.
Meine Güte, was für ein Jahr, noch vor 12 Monaten war unser grösstes Problem, dass wir auf die Feiertage eigentlich keinen Bock hatten, die Oltner unseren SCL bodigten oder wir uns am liebsten in der warmen Stube eingesperrt hätten.

Tja, kennt ihr die Floskel "Deine Probleme möcht ich haben?"
Ja, Freudi Fröhlich vom November 2019, deine Probleme möcht ich haben.

Aber wisst ihr was?
Es wird aktuell genug gejammert, es wird genug gestritten und krude Verschwörungstheorien auf Social Media geteilt (hat mir ein Echsenmensch gesagt).
Unsereins macht da nicht mit, nope, ich bin raus.
Ich habe neulich ein wunderschönes Zitat von Karl Valentin gelesen, welches ich euch nicht vorenthalten möchte:

"Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch."

Zum Meer, Langenthal
Zum Meer @masiwork

Meinereiner ist nun wirklich kein begeisterter Fan von Sonnenaufgangsbildern mit einer bedeutungschwangeren Zeile dazu, aber dieser Satz versinnbildlicht gerade meinen emotionalen Zustand.

Es regnet, sinnbildlich und manchmal auch so richtig, aber macht es die Situation erträglicher, wenn ich unter meiner Maske ein Gesicht mache als hätte mir gerade mein Hund gesagt, dass er ausziehen wolle?
Geht es mir echt besser, wenn ich die Kassiererin anschnauze weil ich keinen Bock mehr habe?
Bin ich näher am Glück, wenn ich den Hildmanns und Naidoos auf Telegram folge und glaube das Bill Gates mir nen Chip einsetzen will?
Der kriegt nicht mal mein Windows richtig zum Laufen, der Tubel!

Ecke Langenthal @masiwork


Nein, ich glaube mein (und ich erdreiste mir zu sagen: Unser) Seelenheil liegt darin, die Angelegenheit anders zu betrachten; den Blickwinkel zu ändern.
Davon ausgehend, dass wir die Pandamie (och, wäre das nicht süss, lauter kleine Pandas, welche überall rumwuseln?) Pandemie überstehen.
Als ich noch ein junger Töfflibueb war, war es mit das Grösste, das erste Mal im neuen Jahr ohne Handschuhe auf dem Puch zu sitzen und die Strasse wieder in den sonnengewärmten Fingern zu spüren.
Wie unglaublich schön wird das Gefühl sein, wenn wir wieder ohne Maske in der Gartenwirtschaft sitzen, die Sonne unser Gesicht und unser Gemüt wärmt und wir einfach nur die gepflegte Langeweile geniessen?

Bei allem Blödem und Tragischem was diese Situation für uns mit sich bringt, im Idealfall ziehen wir daraus unsere Lehren und sei es nur Kleinigkeiten und Selbstverständliches wieder schätzen zu lernen, weil bei allem Blödem und Tragischem, für Viele ist vieles keine Kleinigkeit und keine Selbstverständlichkeit.
Fangen wir doch alle mit was kleinem an, dass Grosses bewirken kann und schenken wir uns allen ein Lächeln statt eines "Muggigrings".
Und so endet dieser Text mit einem weiteren Zitat, welches ich mir jetzt einfach mal so aus den Fingern gesaugt habe:

"Zum Lächeln brauchst du nur deine Augen!"

Häbits Guet und bliibet gsung und schöne Festtage.

GäubBlau

Öie Freudi

PS: Unterstützt die Lokale und die Lokalen, damit wir im Frühling auch noch Beizen und Geschäfte zum flanieren haben!

PPS: Und wenn was fürig ist, wir sind immer noch ein priviligiertes Völkchen; auch die hiesigen Non-Profit-Organisationen haben ein hartes Jahr hinter sich und sind dankbar für die ein oder andere Spende.

Regenschirme im Bären
Regenschirme @Urs Hufschmid
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